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Potemkin oder Herr und Leibeigener : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhunder / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Ein Bienenſtock? fragte Johannaei wie iſt denn das möglich? Er kann ja nicht reden.

Dennoch hat er dies gethan und zwar ſehr nachdrücklich erwiederte Nicolaus.Ich war noch ein Burſche, als ich in einem Frühjahr die Bienen unſers Bienenſtocks durch den Rauch von angezündetem Wermuth betäubte, ſo daß ſie halb erſtickt und wie todt dalagen. Hierauf ſchnitt ich die gefüllten Honigwaben und Wachsſcheiben heraus, ſo daß den Bienen nur wenig von ihrer Arbeit eines ganzen Jahres übrig blieb. Da fiel mir plötzlich ein, daß ich mit den flei⸗ ßigen, kleinen Thierchen noch viel härter umgihg als ein Gutsherr mit ſeinen Leibeigenen. Was hatten n daß ich ſie dem Erſticken ausſetzte, ihnen ihre mühvoll geſam⸗ melte Aerndte und Nahrung entzog und die für ihre Nach⸗ kommenſchaft erbauten Wohnungen raubte? Von den Bienen kam ich auf unſere Kuh, die ich den Tag über vor den Pflug ſpannte und des Nachts in den ern Stall ſperrte, der wir täglich die Milch und ihr kaum gebornes Junge raubten und die wir zuletzt tödteten und verzehrten. Von der Kuh auf unſern Hund, welcher Tag und Nacht unſer Eigenthum be⸗ wachte und zum Dank dafür an die Kette gelegt wurde und warten mußte, bis wir ihm einen Trunk Waſſer und etliche Biſſen Nahrung zukommen ließen. Ach, und wenn ich end⸗ lich die Spinne betrachtete, die meine Finger zerdrückten oder das Käferlein, das mein Fuß zertrat, dann fühlte ich mich weniger elend und jetzt möchte ich nicht einmal mit mei⸗ nem Herrn, dem reichen und mächtigen Fürſten, tauſchen, der immer in Sorge iſt, daß ihn ein anderer aus der Gunſt unſerer Czarin verdrängt. Lieber als ſeine Schätze