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Potemkin oder Herr und Leibeigener : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhunder / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Leibeigene heirathet, muß er ſeinem Herrn eine Abgabe zah⸗ len, und wenn er ſtirbt, darf der Herr des Leibeigenen Habe in Beſitz nehmen. Befiehlt der Herr, ſo muß der Leibeigene ſeine Arbeit, und wäre es die dringenſte, im Stich laſſen und die Dienſte ausführen, welche ihm ſein Herr aufträgt. Dieſer darf ſeine Leibeigenen, ihre Weiber, Söhne und Töchter zu ſeinen Knechten und Mägden machen, ohne daß er ihnen einen andern Lohn giebt als Koſt, ſchlechte Kleidung und Wohnung. Der Herr darf ſeine Leibeigenen nach ſeiner Willkür züchtigen, verkaufen, vertauſchen, verſchenken. Mein Herr bezahlte einſt einen ſchönen Jagdhund eines ſeiner Gutsnachbarn mit 50 Leibeigenen, die mit ihren Familien ihre Hütten und Aecker verlaſſen und zu ihrem neuen Herrn ziehen mußten.

Hurrr! ſprach Friederike entſetztmir läuft die Gänſehaut über, wenn ich mir denke, daß ich eine Leibeigene ſein oder werden könnte.

Was haſt du verbrochen, armer Nicolaus fragte Fedor mitleidigdaß du ein Leibeigener geworden biſt.

Weiter nichts erwiederte Nicolaus lächelndals daß mein Vater und meine Mutter Leibeigene waren. Aber das iſt ja ungerecht! rief Fedor voll Entrüſtung aus. So habe ich früher oftmals gedacht und geſprochen entgegnete Nicolausbeſonders wenn ich mich mit de en verglich, die es beſſer hatten und in einem höhern ande geboren waren. Aber ein Bienenſtock, den mein ter beſaß, hat mich von meiner Unzufriedenheit

heilt