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Potemkin oder Herr und Leibeigener : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhunder / von Gustav Nieritz
Entstehung
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daß Potemkin die Fahrſtühle von der Straße verbannen laſſen werde, und wirklich erblickt man jetzt faſt keinen ein⸗ zigen mehr.

Daran bin ich wieder ſchuld ſeufzte Nicolaus und machte ein betrübtes Geſicht.

Als die Kinder am nächſten Tage abermals bei dem Schmerzenslager des Nicolaus ſich einfanden, trafen ſie den Verletzten, wie er mit einem ziemlich plumpen Meſſer und aus gewöhnlichem Brennholz einen kunſtvollen Vogel ſchnitzte, deſſen Federn faſt ſo dünn wie Papier waren.Den be⸗ kommſt du, Fedor ſprach Nicolaus, auf den Vogel zeigend.

Ein Tauſendkünſtler biſt du! rief Fedor bewundernd aus.Ein großer Künſtler hätteſt du werden können. Warum biſt du blos ein Steinmetzgergeſelle geworden?

Ein Leibeigener darf nicht werden, was er will verſetzte Nicolausich mußte froh ſein, daß mir mein Herr geſtattete, gegen 15 Rubel jährlichen Zinſes mein Dorf zu verlaſſen und hier in der Stadt ſo lange mein Brot zu verdienen, als es meinem Herrn gefällt.

Das iſt eine ſonderbare Sache um die Leibeigenſchaft ſprach Friederike kopfſchüttelnd.Wie verhält ſich's denn mit ihr?

Der Leibeigene antwortete Nicolausdarf nicht werden, wozu er Luſt oder Geſchick hat. Er darf ohne

Erlaubniß ſeines Herrn keinen andern Stand wählen, als in

dem er geboren worden iſt. Ohne die Genehmigung ſeines Herrn darf er ſeinen Geburtsort nicht verlaſſen, darf er nicht heirathen, nicht das Weib nehmen, das er liebt. Wenn der