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Potemkin oder Herr und Leibeigener : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhunder / von Gustav Nieritz
Entstehung
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zunächſt nur Sinn und Sorge für ihren Großvater. Laut⸗ weinend küßten ſie ihm Hände und Geſicht, dabei zärtlich fragend:Ach, liebſter, liebſter Großpapa! haſt du etwas abbekommen? Fühlſt du Schmerzen? Biſt du ſehrerſchrocken? Ach, wie du zitterſt und blaß ausſiehſt!

Beruhigt euch, Kinder! verſetzte der Greis mit matter StimmeMir iſt nichts geſchehen. Dank dem wackern Nicolaus, der alle mir zugedachten Hiebe mit ſeinem eigenen Körper aufgefangen hat. Seht, wie der Aermſte taumelt! Wie ſein Mund von Blut überfließt! O armer Nicolaus! dein Tod kann es werden.

Nicht doch, lieber Herr! antwortete Nicolaus, ſein bleiches Antlitz zu einem matten Lächeln zwingend.Es war ja nur die flache, nicht die ſcharfe Klinge und meine Widerſetzlichkeit gegen der Kinder Willen allein ſchuld an dem Vorfalle.

Nein, nein riefen die Kinder einſtimmigwir tragen die Schuld und du und der Großpapa die Schmerzen und den Schreck davon. Aber jetzt wirſt du dich doch länger nicht weigern, Nicolaus, daß wir den Räderſtuhl fortbe⸗

wegen? Du vermagſt dich ja kaum auf den Füßen zu erhalten. Darum ſoll mir die Lehne des Stuhls eine willkommene Stütze bieten verſetzte Nicolaus.Ich bin noch ganz gnädig weggekommen. Hätte der Fürſt geahnt, daß ich ſein Leibeigener ſei, ſo würde er mich mit der ſcharfen Wing⸗ zerhackt haben. Das dürfte er wirklich? fragte Friederike voll Gnt ſetzen. Stu Kinder! gebot der Greis. Dann!