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Potemkin oder Herr und Leibeigener : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhunder / von Gustav Nieritz
Entstehung
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nebſt den Seinigen in ſein Haus und beſchäftigte ihn mit leichterer Arbeit, zahlte auch für die Familie die Leibeigen⸗ ſteuer.

Zweites Kapitel. Der Fahrſtuhl.

Wohl ſelten hat ſich ein Menſch dankbarer für eine ihm

erwieſene Wohlthat bezeigt als Nicolaus Iffinitz. Es iſt

ein eigenthümlicher und rühmlicher Characterzug der Ruſſen, daß ſie dem, der ihnen irgend etwas Gutes hat zu Theil werden laſſen, mit einer unverbrüchlichen Treue und Ergebung anhangen. Dieſes Dankgefühl unſers Nicolaus beſeelte auch deſſen Weib Satinje und ging ſelbſt auf ſeine Kinder über. Jedes von ihnen war ein eifriger Diener der ganzen Familie Bergmann und ſuchte deren leiſeſten Wünſche aus den Augen abzuſehen, um ſie dann ſelbſt mit Aufopferung ſeiner ſelbſt zu erfüllen. Auch in anderer Hinſicht durfte Bergmann ſeine Gutthat gegen Iffinitz nicht bereuen. Der gemeine Ruſſe beſitzt von Natur einen großen Nachahmungstrieb und verſteht mit den unvollkommenſten Hilfsmitteln die künſtlichſten

Handarbeiten zu verrichten. Das Blankputzen der neuge⸗

fertigten Silberſachen iſt eine mühvolle Arbeit, der ſich ge⸗ wöhnlich die Goldſchmiede nicht ſelbſt unterziehen, ſondern ſolche einem beſondern Silberputzer übertragen. Bergmann beſaß einen derartigen Arbeiter, den er aus Deutſchland mitgebracht hatte. Derſelbe aber war bereits hoch betagt