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Potemkin oder Herr und Leibeigener : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhunder / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Selbſt die Stiere ſtanden mit geſenktem Haupte unbeweg⸗ lich und freuten ſich im geheim der willkommenen Ruhe. Wohin man blickte, gab es ehrfurchtsvoll ſich verneigende Menſchen mit entblößten Häuptern und Aller Augen hafteten auf dem Einzelnen, der nächſt der Kaiſerin der mächtigſte Mann im großen Czarenreiche war. Nachdem Potemkin die Anſtalten und Mittel zur Fortbewegung des Felſenrieſen gemuſtert hatte, erſtieg er deſſen Gipfel auf einer angelegten Leiter. Zornig ſchleuderte er mit dem Fuße eine auf ſeinem Wege liegende, ſchwere Brechſtange hinweg, ſo daß ſie in die Tiefe hinab ſauſte und mit all ihrer Wucht das Schien⸗ bein eines der Arbeiter traf. Unter einem erſtickten Schmer⸗ zensrufe brach der Unglückliche zuſammen und hielt dann die zuſammengefalteten Hände vor die zerſchmetterte Knochen⸗ röhre. Nur wenige der Anweſenden bemerkten dieſen Vorfall, denn faſt ſämmtliche Augen folgten den Bewegungen des Fürſten, welcher jetzt allein anf der Spitze des Felſens ſtand und denſelben durch einen Wink ſeiner Hand in Bewegung ſetzen ließ. Ha! welch eine Rührigkeit jetzt unter die verſtei⸗ nerten Menſchen wieder fuhr! Alle arbeiteten und müheten ſich, als gelte es, Tauſende aus einer Todesgefahr zu erretten. Nur der Felsberg war nicht aus ſeinem langſam vordrin⸗ genden Schritt zu bringen und blickte wie ſpottend auf die um ihn her wimmelnden und keuchenden Menſchenki ab. Noch ſtolzer als er war Potemkin. A einander geſchlagen, den rechten Fuß trotzi des Felſens höchſten Gipfel, hielt er ſich reich heimkehrenden Welteroberer, den F Triumphwagen und die Menſchenmenge