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Potemkin oder Herr und Leibeigener : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhunder / von Gustav Nieritz
Entstehung
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6 delnder Berg oder Felſen, deſſen Oberfläche ebenfalls mit betriebſamen Menſchen bedeckt war. Der granitene Coloß umfaßte eine Länge von 50, eine Breite von 21 und eine Höhe von beinahe 18 Fuß. Dieſe ungeheure Laſt, mehr wie eine Million Pfund wiegend, fußte auf eiſernen Rieſen⸗ walzen, welche unter ſtarkem Gepraſſel über den mit dicken Baumſtämmen gedielten Erdboden ſich fort dreheten. Es keuchten, ſchwitzten und arbeiteten die Menſchen, die den Steinrieſen fort zu ſchaffen beauftragt waren; es knallte die Peitſche hernieder auf die feiſten Schenkel einer langen Reihe achtfach vorgeſpannter Stiere; es klirrten die ſchweren Ei⸗ ſenketten, knarrten die armſtarken Taue, krächzten die in Thätigkeit geſetzten Maſchinen, ſchnurrten die vielen Kloben und Flaſchenzüge, miſchten ſich in dieſes Gewirr die laut⸗ hallenden Klänge des Signalhorns, durch welche der Oberlei⸗ ter des Ganzen ſeine Befehle ertheilte. Während dem rückte der Felſen unerſchüttert und unbeirrt, langſamen, doch ſichern Schrittes weiter daher und die auf und an ihm meiſelnden Steinmetzger arbeiteten eben ſo ruhig fort, als befänden ſie ſich in ihrer traulichen Werkſtatt.

Betrachtet, liebe Kinder! hob Bergmann zu den Sei⸗ nen aneure Hand mit den kleinen, ſchwachen Fingern daran. Vergleicht ſie dann mit jenem Steinberge dort und bedenkt dabei, daß derſelbe durch die kleine, ſchwache Men⸗ ſchenhand aus einem Sumpfe gehoben und achtzehn Weg⸗ ſtunden weit hergeſchafft worden iſt. Wie die Schnecke, die, ſam kriechend, dennoch 8 oft wites Ziel erreicht