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Potemkin oder Herr und Leibeigener : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhunder / von Gustav Nieritz
Entstehung
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dieſe Aermſten damals ihr Leben unter bangen Seufzen und Röcheln ausathmeten, trillern jetzt italieniſche Opernſänger, hüpft der leichte Fuß der Ballettänzerinnen, ertönen luſtige Muſikweiſen. Seitdem iſt St. Petersburg mehr und mehr erweitert und verſchönert worden und gegenwärtig wetteifert es mit den ſchönſten Hauptſtädten der Erde.

An einem heitern, warmen Sommertage des Jahres 1780 rollte aus Petersburgs Häuſermaſſe ein leichtes, nettes Fuhrwerk, mit drei flinken Roſſen beſpannt, die ein lang⸗ bärtiger Ruſſe regierte. Die Inſaſſen deſſelben waren ein deutſcher, aber jetzt in Petersburg heimiſcher Juwelier und Goldſchmied, Namens Bergmann, ferner ſeine Frau Ehriſtine und ſeine drei Kinder, Johanna, Friederike und Fedor. Aus ihren vergnügten Mienen und Blicken erſah man, daß weder Sorge noch Kummer ſie drückte.

Nachdem der Wagen eine Strecke weit ſeinen Weg ver⸗ folgt hatte, zeigte ſich in einiger Entfernung ein eigenthüm⸗ licher, höchlich überraſchender Anblick, der eine große Men⸗ ſchenmenge aus allen Ständen und Volksſchichten, zu Wagen, zu Pferde und zu Fuß, herbeigelockt hatte.

Dort, Kinder! ſeht! ſeht! ſprach Bergmann, indem er ſeine Rechte zeigend ausſtreckte. Die ae ſprangen von ihrem Rückſitze auf und wendeten ihr Antlitz um. Was ſie erblickten, entlockte ihnen einen lauten Ausruf des Stau⸗ nens und erregte die Bewunderung nicht blos der unerfahrnen Jugend. Aus einem dichten, bunten Gewümmel von müſ⸗ uſchauern, von mächtig ſich anſtrengenden Arbeitern,