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zugedachten Ehrenplatz oben an der Abendtafel einzu⸗ nehmen; jedoch mußte er endlich nachgeben. Zu ſeiner Rechten kam Meiſter Hüfner, zur Linken der wackere Seifenſiedergeſelle zu ſitzen, welcher bisher der Seifen⸗ ſiederei vorgeſtanden hatte. Neben dieſen beiden Män⸗ nern nahmen Frau Hüfner und Frau Freund Platz, ferner der Bäckermeiſter Krumbt mit den Seinen, und dann die munter ausſehenden und wohlgenährten Kinder der beiden Nachbarsfamilien.
Freunds Stimme zitterte vor tiefer Rührung, als er nach manchem Jahre zum erſtenmale wieder das übliche Dankgebet ſprach, und Schluchzen erſtickte ſeine letzten Worte. Ein Bild ſchwebte ihm vor den Augen, auf welchem er ſich knieend und mit gefalteten Händen vor Meiſter Hüfner erblickte. Ja, es war ein bedeutungs⸗ voller Abend, der heutige! Dieß fühlten auch alle übri⸗ gen Anweſenden und darum ward die kräftige Suppe unter einer tiefen Stille genoſſen. Dann aber erfaßte Meiſter Hüfner ſein volles Weinglas, erhob ſich vom Sitze und redete den Meiſter Freund mit herzlicher Stimme alſo an:
„Mein lieber Nachbar und Freund! Mit rühmlicher
Treue und Arbeitſamkeit habt Ihr Euer Lehrjahr be⸗ ſtanden. Darum ſpreche ich Euch jetzt nicht nur von Eurer Lehrzeit los, ſondern ernenne Euch zugleich, an⸗ ſtatt zum Geſellen, zum Meiſter. Doch nicht zum Kup⸗ ferſchmidt⸗, ſondern zum Seifenſiedermeiſter, welcher Euch jedenfalls lieber ſein wird wie jener. Kehrt wieder


