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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Freund, ſich oft auf der Straße zu zeigen, und wenn er ja in Aufträgen des Meiſters ausgehen mußte, ſo wählte er gewöhnlich das abendliche Dunkel dazu.

Eines Tages ſagte Meiſter Hüfner zu ſeiner Gattin mit zufriedenem Lächeln:Hörſt du das ſchallende Häm⸗ mern in meiner Werkſtatt? Es rührt von demſelben Manne her, welcher vor Zeiten wegen meines Hämmerns nicht in ſeiner Wohnung zu bleiben vermochte und des⸗ halb zum lüderlichen Menſchen wurde. So viel thut die Gewohnheit! Nun, bis jetzt habe ich alle Urſache, mit meinem hochbejahrten Lehrlinge zufrieden zu ſein. Wenn er ſo fortfährt, kann er binnen Jahresfriſt nach vollbrachter Arbeit wieder an dem Fenſter ſeines vor⸗ maligen Hauſes ſitzen und Reiſebeſchreibungen unge⸗ ſtört leſen.

Nach Verlauf eines Vierteljahres, während deſſen Freund in ſeiner Beſſerung beharrlich fortgeſchritten war, erlaubte ihm ſein Meiſter, die Abende drüben in dem Kreiſe ſeiner Familie zuzubringen.

Wiederum nach einem Vierteljahre ging Frau Freund in Geſellſchaft ihrer Kinder und ihres Mannes öffentlich aus, und ſo trat nach und nach der vormalige Züchtling immer mehr in ſeine früheren Rechte der bürgerlichen Geſellſchaft ein, ohne daß er jedoch zugleich ſeine frü⸗ heren ſchlimmen Gewohnheiten mit angenommen hätte.

Während dem hatte ſich Freunds Ausſehen und körperliches Beſinden außerordentlich gehoben. Eine ſtille Verklärung lag über ſein wieder wohlgenährtes und ge⸗