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139 gen. Wohl aber vernahm die Kupferſchmidtsfamilie deutlich das laute Weinen und Schluchzen des Ehepaa⸗ res und ſchon fürchtete Hüfner, daß Frau Freund ihres gegebenen Wortes uneingedenk geweſen ſein möchte. Dem war aber nicht ſv.
„Meine Frau iſt ein Engel“— ſprach ſpäter Freund mit verweinten Augen zum Kupferſchmidt—„und will mich wieder zu Gnaden annehmen, wenn ich mich einer Probezeit unterwerfe. Sie hat mich an Euch gewieſen, wie ich dieſe Probezeit ausfüllen ſoll.“
„Das ſoll geſchehen“— entgegnete Hüfner herzlich —„und zwar indem ich Euch zu meinem Kupferſchmidts⸗ lehrling annehme. Seid Ihr das zufrieden, ſo ſchlagt mit Eurer Hand ein. Thut Ihr gut, ſo verſpreche ich, Euch ſchon nach Jahresfriſt loszugeben. Topp alſo es gilt!“
Meiſter Hüſner war ein Mann, der ſeine Leute richtig zu ziehen wußte. Er behandelte ſeinen neuen Lehrling mit einer milden Strenge, welche bei Freund ganz am rechten Orte war. Dieſer erhielt mit den übri⸗ gen gleiche Koſt, allein nur des Sonntags ein Glas Bier; Branntwein aber gar nicht, der überhaupt nicht in Hüfners Hauſe zu ſehen war. Zweimal nur in der Woche, Mittwochs und Sonntags, durfte Frau Freund nebſt ihren Kindern ihren Mann zu beſuchen kommen, welcher in ſeinen arbeitsfreien Stunden meiſtens mit dem Leſen nützlicher und anziehender Bücher ſich be⸗ ſchäftigte. Aus einer natürlichen Scham vermied es


