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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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dafür, daß Ihr Mann wirklich als ein durchaus Ge⸗ beſſerter zurückkehrt? Lehrt uns nicht vielmehr die Er⸗ fahrung, daß die meiſten Züchtlinge noch weit verdorbe⸗ ner aus ihrer Strafanſtalt hervorgehen? Wenn Ihr Mann jetzt ſo zerknirſcht und reumüthig ſich zeigt, ſo kommt das wohl nur daher, weil er in der Strafanſtalt ſeinem Laſter des Trunkes und Spielens nicht fröhnen durfte. Machen Sie ihm aber den Rücktritt in ſeine frühere, genußreiche Lage gar zu leicht: ſo ſteht zu be⸗ fürchten, daß er auch wieder in ſeine alten Untugenden zurückfällt. Folgen Sie alſo meinem Rathe! Heute ſehen Sie Ihren Mann nicht, ſondern erſt morgen früh. Dann machen Sie ſich feſt, ja ſelbſt hart gegen ihn und ſagen ihm, daß Sie von ihm eine Probezeit verlangen, in welcher es ſich ausweiſen ſoll, vb er Ihrer noch würdig ſei oder nicht. Ich habe ihm bereits mitgetheilt, daß es nur auf Sie ankomme, daß Sie von Ihrem Manne gänzlich geſchieden ſein würden und daß er von Ihnen durchaus nichts verlangen könne. Geht er dieſe Probezeit ein, ſo überlaſſen Sie mir dann deren Aus⸗ füllung. Das geloben Sie mir mit Hand und Mund und bedenken Sie wohl, daß Ihr und Ihrer Kinder Glück auf dem Spiele ſteht.

Frau Freund ſah das Gutgemeinte dieſes Rathes ein und gab ihr Wort.

Als die Seifenſiederin nach einer durchwachten Nacht am Morgen ihren Gatten in des Nachbars Hauſe be⸗ ſuchte, blieh dieſes Wiederſehen billig ohne fremde Zeu⸗