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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Betrübniß, welche ſich durch ſchwere Seufzer kund gab, um, als Meiſter Hüfner ſeinen Gaſt die wohlbekannte Treppe hinauf nach dem grauen Stübchen geleitete. Freund erbleichte, als ſein ſcheuer Blick in dem Treppen⸗ winkel oben noch immer das bewußte Schlagfaß erſah, und das Zittern ſeines Körpers kehrte zurück.

Nun macht es Euch hier ſo bequem, wie Ihr immer wollt ſprach Hüfner, nachdem er ſeinen Gaſt in die graue Stube gebracht hatte.Wollt Ihr Euch jetzt ſchon zu Bette begeben, ſo thuts in Gottesnamen. Außerdem aber habt Ihr hier einige Bücher, durch de⸗ ren Leſen Ihr Euch die Grillen und die Zeit vertreiben könnt. Ich aber will noch heute hinüber zu Eurer Frau gehen und ſie in Hinſicht Eurer aushorchen.

Freund dankte dem Nachbar nur durch einen zit⸗ ternden Händedruck und durch einen unbeſchreiblichen Blick, der dem Kupferſchmidt bis ins innerſte Mark drang.

Hüfner begab ſich hierauf zu ſeiner Nachbarin hin⸗ über, um ihr mit aller Vorſicht die Kunde von der un⸗ verhofften Ankunft ihres Mannes beizubringen. Als nun Frau Freund ſammt ihren Kindern in ſtürmiſcher Eile und großer Freude hinüber in des Kupferſchmidts Haus dringen wollte, um den Gatten und Vater willkommen zu heißen und ihn in ſein Haus zu führen: da ſprach Meiſter Hüfner mit Entſchiedenheit:

Mit nichten! Frau Nachbarin! Der Gebrannte darf und ſoll ſich des Feuers fürchten. Wer bürgt Ihnen