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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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ners Seite in die Wohnſtube, wo die Meiſterin ſtrickend am Tiſche ſaß.

Hier bringe ich dir einen Gaſt, liebe Frau! redete Hüfner ſeine Gattin an.Erkenneſt du ihn?

Frau Hüfner ſchüttelte betroffen den Kopf, warf einen forſchenden Blick auf den gebeugt daſtehenden Gaſt, welcher mit ſcheuen Augen ſie anſah, und er⸗ bleichte dann.

Das iſt ja ſie ſtockte.

Ja, es iſt unſer alter Nachbar Freund! fuhr Hüfner freundlich fort.Er wird heute bei uns blei⸗ ben, bis ich die Seinen auf ſeine Ankunft vorbereitet haben werde. Sie möchten ſonſt zu ſehr erſchrecken. Du wirſt daher oben unſer graues Eckſtübchen heizen, ein

Bett hinein beſorgen und überdieß ein wärmendes Abend⸗

eſſen bereiten.

Frau Hüfner wagte nicht, ihren Mann um das Nähere zu befragen, ſondern beeilte ſich, deſſen Willen und Gebot zu erfüllen. In der Zeit bis zum Abendeſſen ſaß Freund ſtill und ſtumm in der Nähe des warmen Ofens, mit niedergeſchlagenen Augen und gefalteten Hän⸗ den. Das fortwährende Zittern ſeines Körpers hörte durch die wohlthuende Wärme des Ofens auf. Daß ihm ſpäter eine gut gewürzte Bierſuppe, eine ſaure Gurke nebſt Brot und Butter als ein lang entbehrtes Gericht vortrefflich ſchmeckte, erriethen die Miteſſenden an Freunds dankbaren Blicken und erheiterten Geſichtszügen. Letztere jedoch verloren ſich wieder und wandelten ſich in tiefe