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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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gangen. Heinrich und Herrmann Hüfner hatten beide

die Schule verlaſſen und ein Handwerk ergriffen. Hein⸗

rich war Seifenſiederlehrling bei Frau Freund geworden, deren Seifenſiederei unter einem tüchtigen Werkführer ſchwunghaft betrieben wurde. Herrmann dagegen klopfte mit ſeinem Vater um die Wette auf das wiverſpenſtige Kupfer. Sonach waren die Brüder nur um wenige Schritte aus einander und darum noch immer ein Herz und eine Seele. Der dritte Theil des Kleeblattes be⸗ ſtand in Freunds Auguſt, welcher gleichfalls Seifenſieder wurde, jedoch bei einem andern Meiſter Plauens, weil es ſelten gut thut, wenn ein Sohn ſtets unter der mütterlichen Zucht verbleibt. Meiſter Krumbts Umſtände hatten ſich ſeit Hüfners thätiger Hülfsleiſtung weſentlich verbeſſert und er dachte daran, bald die Weißbäckermeiſter⸗ würde zu erkaufen. Aber ſeinem Gelübde, nie wieder eine Schießwaffe zu handhaben und jenen Pachtgarten zu betreten, blieb er treu, obſchon der letztere ihm durch ſeinen Obſtſegen viel genützt hatte.

An einem rauhen Herbſtabende, wo der Wind das Kupferſchmidtszeichen, jenen bekannten Fiſchkeſſel, an ſei⸗ ner Eiſenſtange, gleich einer Glocke, obſchon geräuſchlos, hin und her ſchaukelte, ſaß Meiſter Hüfner allein beim Scheine der Lampe in ſeiner Werkſtatt und polirte einen zierlichen Kaffeekeſſel blank, daher es ziemlich ſtill zuging. In ſeine Arbeit vertieft, überhörte er ganz, daß die Thüre der Werkſtatt leiſe aufgeklinkt wurde und daß eine Geſtalt hereinſchlich. Deſto mehr erſchrak Hüfner, als