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Am Abend deſſelben Tages hob Meiſter Hüfner mild zu ſeinen Stiefſöhnen an:
„Zwiefache Erfahrungen ſchon habt ihr in eurem kurzen Leben gemacht. Ich frage euch daher jetzt auf euer Gewiſſen: wann fühltet ihr euch am wohlſten und glücklichſten? Da ihr noch euren ſinnlichen Neigungen euch hingabt, und loſe, ja ſelbſt böſe Streiche verübtet, oder da ihr Werke der Liebe und des chriſtlichen Ge⸗ horſams vollbrachtet?“
Auf dieſe Frage brauchten die beiden Knaben eine Antwort nicht durch Töne zu geben. Dieſe las der Vater in den ſelig verklärten Mienen ſeiner Söhne, ſo wie in deren dankbarer Umarmung.
„Ihr batet mich oft“— fuhr Hüfner bewegt fort —„freundlich gegen euch zu ſein. Fahret ſo fort, wie jetzt, und nicht nur ich, eure Mutter, ſo wie alle guten Menſchen, ſondern auch der Vater im Himmel wird dann euch freundlich ſein und hold.“
Lünſzehntes Kapitel.
Die Buße.
Zwei Jahre waren ſeit Krumbts Krankheit, drei Jahre ſeit Freunds Verſetzung in das Arbeitshaus ver⸗ 9*


