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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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rief hinaus:herein, ihr Kinder! mein guter Mann wünſcht euch zu ſehen.

Da guvollen ſie herein, die Pflaumenauskerner, die Obſtſchäler und Obſtbäcker, in aufgeſtreiften Hemd⸗ ärmeln und vorgebundenen Schürzen. Es waren die Freund'ſchen und Hüfner'ſchen Kinder, ſechs an der Zahl, und der krummbeinige Gottlieb watſchelte hinterdrein. Nachdem ſie Alle um das Krankenbette ſich gereihet hatten, hob Krumbt mit bewegter, feierlicher Stimme zu ihnen an:

Ich danke euch Allen für die mir und meiner lieben Frau bewieſene Liebe und Theilnahme. Inſon⸗ derheit aber euch, ihr treuen Bewacher meines Obſtes. Nimmer will ich eurer großen Aufopferung vergeſſen. Die Freude, die ihr mir bereitet habt, ſtärkt mich mehr als die theuerſte Arznei. Der reiche Gott aber wolle euch beide dafür ſegnen in Zeit und Cwigkeit. Ja, er ſeg ne euch!

Die letzten Worte ſtammelte Krumbt ſchluchzend. Stumm drückte er den beiden Knaben die Hände, wobei ihm die vollen Thränen über die bleichen Wangen perlten. Heinrich und Herrmann vermochten nicht zu ſprechen. Auch ſie weinten; aber es waren Thränen des reinſten Entzückens. Und ihre Aeltern, welche gekommen waren, um den Geneſenden zu beglückwünſchen und unbemerkt die Stube betreten hatten, wurden die freudigen Zeugen dieſes rührenden Auftritts und empfingen ſpäter gleich⸗ falls den innigſten Dank des Bäckers und ſeiner Gattin.