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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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nießen, der Arzt dem Kranken erlaubt hatte. Dieſer verzehrte mit ſichtlichem Wohlbehagen vier von den Aepfeln und ſagte dann:„Ach, ich wüßte nicht, wann mirs ſo köſtlich geſchmeckt hätte. Herrliche Aepfel das! Mild und ſüß wie Feigen! Du haſt ſie wohl theuer be⸗ zahlen müſſen, liebe Rahel?“

„Gar nichts koſten ſie“— verſetzte Frau Krumbt —„denn ſie ſind aus unſerm Garten.“

„Aus unſerm Garten? hm! ich möchte lieber nichts mehr von demſelben hören und ſehen“— ſprach Krumbt. „Ich bildete mir ein, daß wir nicht einen Kriebs von dem vielen Obſte daraus zu ſchmecken bekommen würden. Haben denn die Diebe nicht reine Wirthſchaft gemacht?“

„Bewahre!“— erwiederte Frau Krumbt.„Riechſt du denn nichts, ſo oft die Thüre zu unſrer Backſtube aufgeht?“

„Ja wohl!“ ſagte Krumbt—„Ich dachte längſt im Stillen bei mir: es müſſen die Leute jetzt nichts als Apfel⸗ und Pflaumenkuchen bei euch backen laſſen, weil der gute Duft gar nicht aufhören will.“

„Derſelbe rührt von unſern Aepfeln, Pflaumen und Birnen her“— berichtete Frau Krumbt—„welche in unſerm Backofen Tag für Tag gedörrt werden. Oben in allen Stuben und Kammern, im Keller unten, liegen

mächtige Obſthaufen, daß man kaum darüber hinweg⸗ ſehen kann.“

„Iſts möglich?“ ſprach Krumbt unter freudigem

Erſtaunen.„Wie iſt das zugegangen?“