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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Obſtdieb wieder. Zehn Tage wachten die Brüder un⸗ verdroſſen, dann gings an die Obſtärndte. Dieſe war nun eine große Luſt, an welcher Antheil nahm, wer nur konnte, wovon jedoch Meiſter Krumbt wegen ſeiner Krankheit ausgeſchloſſen blieb. Dafür halfen die Fa⸗ milien Hüfner und Freund, ferner Hannchen und Gottlieb. Das Abpflücken und Abſchütteln der verſchiedenen Obſt⸗ arten, das Sammeln auf große Haufen, das Verkaufen an fremde Obſtliebhaber gleich im Garten und ſpäter zu Hauſe, das Abſchälen und Abbacken machte den Kindern wie den Erwachſenen viel Vergnügen, welches durch den ſüßen Gedanken noch vermehrt wurde, wie freudig Meiſter Krumbt überraſcht werden würde, wenn er bei ſeiner Geneſung den unerwartet reichen Obſtſegen erführe.

Endlich war bei dem kranken Platzbäcker die Macht des Fiebers gebrochen und er auf dem vollen Wege der Beſſerung. Krumbt ſaß wieder aufrecht in ſeinem Bette, das man in die warme Backſtube verſetzt hatte, und freute ſich ſeines Hänſels und Gretels, welche auf ſein Deckbette geflogen kamen und ihn liebkoſten.

„Die Eßluſt kehrt zurück, liebe Rahel“— ſprach Krumbt unter einem matten Lächeln zu ſeiner Frau— „aber ich möchte etwas recht Gutes eſſen— nicht mehr bloße Semmelwaſſerſuppe.“

Darauf ging Frau Krumbt hinaus und kehrte mit einem Teller voll gedünſteter, ſüßer und mit kleinen Roſinen überſtreuter Aepfel zurück, von welchen zu ge⸗