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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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tüchtigen Bäckergeſellen, welcher das Backen übernahm. Ferner ſetzte er Frau Krumbt durch die nöthigen Geld⸗ mittel in den Stand, daß ſie, anſtatt ferner nähen zu gehen, die Abwartung ihres Mannes übernehmen, die Arzneien bezahlen und die übrigen Bedürfniſſe des Lebens beſtreiten konnte.

Daß Hüfner dies alles zu thun vermochte, gewährte ihm das reinſte und höchſte Vergnügen, und die Seinen theilten daſſelbe mit ihm.

Krumbt war erſt ſeit einigen Tagen bettlägerig, als Heinrich eines Morgens ganz früh— es konnte um drei Uhr ſein— von ſeinem Lager aufſtand und ſich anzog. Dabei weckte er ſeinen Bruder auf, den er mit den Worten anredete:„Herrmännel! gehſt du mit?“

„Wohin denn?“ fragte jener gähnend.

„In Krumbts Pachtgarten!“— verſetzte Heinrich —„Ich habe mir geſtern von Frau Krumbt den Schlüſſel geben laſſen und unſere Aeltern um Erlaubniß gefragt.“

„Hei! Was willſt du dort?“ fragte Herrmann ver⸗ wundert.

„Kannſt du noch fragen?“ entgegnete Heinrich. „Wache halten will ich, damit nicht das ganze Obſt geſtohlen wird. Man kann und ſoll nicht bloß mit dem Geldbeutel dem Nächſten Wohlthaten erweiſen— ſpricht unſer Lehrer— ſondern auch mit ſeinen Kräften, mit ſeiner Zeit und ſeiner Geſchicklichkeit. Meiſter Krumbt wird ſich gewiß freuen, wenn er nach ſeiner Geneſung