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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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„Meiſter Krumbt“— unterbrach hier Herrmann den Klagenden—„hier iſt auch die Flinte die ich im Graſe gefunden habe.“

„Aus meinen Augen mit ihr!“ rief Krumbt— „Stelle ſie in den fernſten Winkel des Luſthauſes! Huh! welch ein zermalmendes Gefühl, einen Menſchen, ſelbſt wenn er ein Verbrecher iſt, getödtet zu haben! Unſer Herrgott bewahre euch vor einem ſolchen unſäglichen Weh! Aber, nun fort von der Stätte des Fluches! Feierlich gelobe ich hiermit, nie wieder ein Mordgewehr in meine Hände nehmen, nie wieder aber auch dieſen Garten betreten zu wollen. Mag aus dem Obſte wer⸗ den, was da wolle.“

Die beiden Knaben hatten Mühe, den immer ſchwä⸗ cher werdenden Bäcker bis in ſeine Wohnung zu bringen. Dort legte er ſich ſogleich in ſein Bette, und indem er ſeinen, vom Fieberfroſt geſchüttelten Körper zudeckte, ſprach er ſeufzend:

„Wehe, wehe dem Menſchen, S welchen Aer⸗ gerniß kommt!“

So ſpricht gewiß auch jeder gefühlvolle Leſer!

Meiſter Krumbt verfiel wirklich in ein hitziges Ner⸗ venſieber, welches ihn an den Rand des Grabes brachte und ihn viele Wochen an das Bett feſſelte.

„Jetzt“— ſagte Meiſter Hüfner zu den Seinen— „iſt die Zeit gekommen, wo wir unſern Freund Krumbt mit mehr mit bloßem Geldleihen beiſtehen müſſen.“

Er beſorgte einen geſchickten Arzt und zugleich einen