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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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hat Euch nicht einen einzigen Apfel geſtohlen und ſteh⸗ len können.“

„O mein Heiland!“ klagte Krumbt außer ſich— „Aber was wahr iſt, bleibt wahr. Auf dem Baume hat er geſtanden und geſchüttelt wie Satanas ſelbſt. Wie geſäet müſſen die Aepfel unten liegen.“

„Nun, das müßte mit Kräutern zugegangen ſein“ — ſprach Herrmann—„weil Euer Erſchoſſener ja nur ein Popanz und kein richtiger Dieb iſt.“

„Ein Po— panz?“ fragte Krumbt erſtaunt und ungläubig.„Ein Popanz? Wie meinſt du das? Junge!“

Der Meiſter packte den Knaben in höchſter Auf⸗ regung bei der Bruſt—„verſpotte— belüge mich jetzt nicht! Du weißt nicht, wozu ich jetzt fähig bin.“

„Und wenn Ihr mich todt machtet“— erwiederte Herrmann—„ich kann nicht anders. Euer Erſchoſſener, der im Graſe unter dem Apfelbaum liegt, iſt und bleibt ein Popanz, eine Krautſcheuche, von Stroh gefertigt und mit alten Kleidern angezogen.“

„Dann iſts der Teufel ſelbſt geweſen“— lallte Krumbt—„welcher ſein ruchloſes Spiel mit mir getrie⸗ ben und mich genarrt hat. Denn er ſtand anf dem Baum und ſchüttelte, wie nur ein Menſch ſchütteln kann. Darum hörte— darum antwortete er nicht auf mein Anrufen und Drohen!“

„Kommt und überzeugt Euch nun ſelbſt“— drängte Herrmann, und begleitet von den beiden Knaben wankte