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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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„Ach nein!“ erwiederte Heinrich—„Ich weiß be⸗ ſtimmt, daß Herrmann keinen Erſchoſſenen findet. Dazu ſind Sie viel zu gut. Ueberdies ſoll ich das Kaffee⸗ geſchirr wieder mit heim bringen und darum will ich warten, bis Sie getrunken haben werden.“

„Geh! geh, mein Sohn!“ bat Krumbt weich— „man kann nichts verſtreiten, gar nichts! Denn der Teufel treibt zuweilen ſein Spiel und kehrt zum Böſen, was nur ein Spaß ſein ſollte. Hörſt du? Ach, Jeſus! Dein Bruder— er ſchreit überlaut— o ich Unglück⸗ lichſter!“

„Er ſchreit nicht“— verſetzte Heinrich lauſchend— „er— lacht! Da hören Sie ſelbſt.“

In der That ſchallte ein anhaltendes Gelächter aus dem Garten daher.

„Das iſt das Gelächter der Hölle!“ ſprach Krumbt unter einem Schaudern.

„Nein! nein!“ antwortete Heinrich—„das iſt mein Bruder. Zu gut kenne ich ſeine Lache. Da kommt er ſelbſt und— lacht noch immer.“

„Meiſter Krumbt“— hob Herrmann lachend an —„Euer Erſchoſſener liegt längelang im Graſe.“

„Daß ſich Gott erbarme!“ rief Krumbt und ſah ſich nach dem Stricke um, dem er ſich unbemerkt zu nähern ſuchte.

„Aber Ihr habt einen Unſchuldigen getroffen“— fuhr Herrmann mit Quälen fort— denn der Burſche