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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Grund dazu hatten? Genug, während die nicht minder reichlich tragenden Nachbargärten, wie einſt Goſen vor den Plagen Aegyptens, von den Dieben verſchont blieben, ſah der arme Platzbäcker faſt mit jedem Tage ſeine vollen Aeſte leerer werden. Welch' ein Kummer für Krumbt, welchem für ſein Pachtgeld zu bangen begann! Der eine Nachbargarten gehörte dem Subcollecteur Funke, und da ſich Krumbt bewußt war, denſelben ſich zum Feinde gemacht zu haben, ſo traute er ihm die Entwen⸗ dung ſeines Obſtes zu. Aber bald reuete den gutmü⸗ thigen Platzbäcker dieſer ſchlimme Verdacht. Denn Funke bezeigte ihm nicht nur ſein Beileid über den Obſtverluſt, ſondern gab ihm auch Einſchläge, wie jenem für die Zukunft vorzubeugen ſei.

„Ihr müßt wachen, Nachbar!“ ſprach Funke zu Krumbt.„Nicht etwa die ganze Nacht hindurch; nein, nur in den Stunden des frühen Morgens, welche die Mauſezeit der Obſtdiebe zu ſein pflegen. Ich will Euch meine Vogelflinte leihen. Dieſe ladet Ihr mit Schroot und wenn ihr einen Obſtdieb erwiſcht, der auf Euer dreimaliges Anrufen nicht ſteht: ſo ſchießt Ihr ihm die Schrootladung in die Beine. Das hilft für immer. Denn die Diebe ſagens einander ſchon, wo Schrotkörner, ſtatt Aepfel und Birnen, zu erholen ſind. Wollt Ihr mir einen Gefallen thun, ſo habt ein wenig Obacht mit auf mein Obſt.“

Ein jeder Stand hat ſeinen Frieden, hat ſeine Laſt. Selbſt derjenige eines Obſtpachters, wie Krumbt zu