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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Auguſts Beiſtande munter an das Seifenſieden und Lichterziehen ging. Auf Hüfners Fürbitte und Empfeh⸗ lung fanden ſich in Kurzem Käufer ein und dieſe lockten, da ſie billig und gut bedient wurden, immer wieder neue Kunden herbei, ſo daß bald der Meiſterin Freunds Nah⸗ rung wieder in Schwung kam.

Hierbei wurde der Platzbäcker keineswegs vergeſſen. Vielmehr ſtellte ſich ſchon in den erſten Tagen Meiſter Hüfner mit den Seinen bei jenem ein, um ihm nochmals zu danken und ihn zu fragen, womit ihm ein Gefallen erzeugt werden könne.

„Herzensmännel!“— verſetzte Krumbt gerührt— „Ihr thut ja meiner armen Schweſter ſo lange ſchon und ſo viel Gutes, daß ich ein undankbarer Klotz ſein müßte, wenn ich noch mehr von euch verlangen wollte. Ihr ſchlagt den Spaß mit dem Lotterielvoſe viel zu hoch an, der mich nichts weiter als einen Gang zum Haupteollecteur gekoſtet hat, während Ihr für meine Schweſter alltäglich zwei Stunden gehämmert und ge⸗ ſchwitzt hat. Hm! freilich giebt es wohl keinen Men⸗ ſchen, der nicht irgend einen Wunſch auf dem Herzen hätte. Ich wüßte auch einen, aber“—

„Heraus damit!“— drängte Hüfner—„oder wir ſind gute Freunde geweſen.“

„Nun, wenn Ihr's durchaus ſo wollt“— ver⸗ ſetzte Krumbt—„ſo wiſſet, daß ich gern den Lippertſchen Obſtgarten heuer pachten möchte. Der Blüthe nach müſſen wir ein grauſam gutes Obſtjahr bekommen und ich bin