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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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war ausgegangen, um zu verſuchen, ob ihm Jemand das nöthige Geld zum Hauskaufe leihen würde.

Die Mutter tadelte, als ſie die Loosangelegenheit vernahm, die Verſchloſſenheit ihrer Söhne und machte ſich ſogleich fertig, um mit denſelben zum Bäcker zu ge⸗ hen, den ſie gleichfalls für ehrlicher als den Coller⸗ teur hielt.

Da Frau Hüfner nebſt Heinrich und Herrmann in die Ladenſtube des Bäckers trat, fand ſie daſelbſt den Collecteur Funke im eifrigen Verkehr mit dem Meiſter. Dieſer ſagte zur Eintretenden:

„Sie kommen wie gerufen, Frau Hüfner! Herr Funke iſt bereits dieſen Morgen hier geweſen, um mich zu ſprechen. Ich war aber ausgegangen und deshalb ſehen Sie jetzt Herrn Funke nochmals bei mir. Der⸗ ſelbe will von mir das Loos, welches mir Ihr Söhnchen anvertraut hat, und zugleich den darauf gefallenen Ge⸗ winn auszahlen. Allein es thut mir ſehr leid“— der Meiſter rieb ſich wie verlegen die Hände—„ich

kann niemandem das Loos einhändigen, denn“— Er hielt inne. „Was denn?“— fragten der Collecteur, Frau

Hüfner und deren Söhne mit Einem Munde.

„Ich habe ſelbſt— das Lvos— nicht mehr!“— ſprach Krumbt und lächelte wie höhniſch.

„Wo iſts denn? Wer hat das Lvos?“— war die gemeinſame Frage.

„Thieme, der Haupteollecteur!“— antwortete Krumbt