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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Jemand mit dem Lvoſe zum Haupteollecteur geht, ſo erhält er darauf den Gewinn ausgezahlt und du haſt nichts als das leere Nachſehen. O Schaafskopf ohne Beiſpiel! Wer— wer iſt denn der Jemand? Sprich! damit man ihm in Zeiten vor das Quartier rücken und ihn hindern kann, einen Mißbrauch mit dem Lvoſe zu treiben.“

„Es iſt“— ſtotterte Herrmann—„s iſt— der Platzbäcker Krumbt!“

Da ſchlug der Collecteur entſetzt die Hände zuſam⸗ men und lief davon. Die Brüder dagegen wanderten mit widerſtrebenden Füßen in die Schule.

„Du hätteſt“— hob Heinrich unterwegs an— „dem Funke nicht ſagen ſollen, wer mein Lvos hat. Ich halte Meiſter Krumbt für ehrlicher als den Collecteur. Dieſer iſt im Stande und ſchwatzt dem Meiſter das Lvos aus den Händen und ich bekomme nichts. Die Collecteurs ſollen zuweilen rechte Betrügereien machen, um die Leute um diejenigen Looſe zu bringen, welche viel gewonnen haben.“

Dieſe Worte ſteigerten Herrmanns Angſt um Vieles. Daß die Brüder heute nur dem Leibe, nicht dem Geiſte nach, in der Schule waren, daß ſie weder einige Auf⸗ merkſamkeit bei dem Unterrichte, noch Lerneifer zeigten, verſteht ſich von ſelbſt. Vielmehr wurde ihnen die Sitz⸗ bank zu einem Gefäße mit glühenden Kohlen, und gar nicht erwarten konnten ſie dießmal den Schluß der Schule. Zum Glück fanden ſie ihren Vater nicht daheim. Er