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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Dreizehntes Kapitel.

Ein Ehrlicher und ein Unehrlicher.

„Ich weiß, was ich thue“— ſagte Heinrich ent⸗ ſchloſſen am andern Morgen zu ſeinem Bruder.—„Ich ſage unſrer Mutter, wie die Sache ſteht und bitte ſie, daß ſie mit uns zu Meiſter Krumbt geht. Der Mutter gegenüber wird Krumbt das Loos uns nicht ableugnen.“

„Ja, thue das!“— rieth Herrmann.

Aber es ſchien ein beſondrer Unſtern über den Plänen der Brüder zu walten, denn der Vater wich heute nicht von der Mutter Seite, ſo daß endlich die Knaben mit ihrem Geheimniſſe und ſchwerem Herzen in die Schule wandern mußten. Als ſie um die nächſte Ecke bogen, ſtand hier, ihrer harrend, Funke, der Sub⸗ collecteur.

„Haſt du gefunden?“— rief er haſtig dem Hein⸗ rich zu.—„Schnell, gieb mir das Loos und hier“— er ſchlug auf die geldklirrende Rocktaſche—„iſt dafür auch Moos.“

„Wir haben das Loos nicht mehr in unſern Hän⸗ den— geſtand Heinrich—„ſondern es Jemandem zum Aufheben gegeben.“

„Welche koloſſale Dummheit!“— rief Funke aus und erblaßte.—„Ein Papier aus den Händen zu geben, auf deſſen Beſitz ſo viel, ja Alles ankommt. Wenn der