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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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alle Winkel m Doch das Lvos blieb ver⸗ ſchwunden.

„Wenn nur ſchon da wäre“— ſeufzte Heinrich und ſah mit Ungeduld der Heimkehr des Bru⸗ ders entgegen.

Spät abends erſt kehrten Vater und Sohn nach Hauſe zurück, und da es keine Gelegenheit gab, Herr⸗ mann unter vier Augen zu ſprechen, ſo mußte Heinrich ſeine brennende Ungeduld bis zum Schlafengehen zügeln.

„Weißt du,“— hob Heinrich mit Haſt zu ſeinem Bruder beim Auskleiden an—„wo mein Lotterielvos hingekommen iſt? Ich habe mich ſchon bald zu Tode geſucht und das Papierchen nirgends gefunden. Das Loos hat gewonnen. Freilich nicht den großen Gewinn — nur 100 Thaler; aber der Collecteur ſpricht, daß ich nicht einmal einen Pfennig bekäme, wenn ſich das Lvos nicht wiederfände. Ich hatte es doch ſo gut auf⸗ gehoben und außer dir wußte kein Menſch wo?“

„Das Lvos?“— verſetzte Herrmann betroffen.— „Ach, Herzensbruder! vergieb mir nur dießmal! Das Loos habe ich“—

„Zerriſſen? verbrannt? verloren?“— fiel Heinrich erſchrocken ein.

„Das nicht“— geſtand Herrmann—„aber mich befiel geſtern eine ſo große Angſt, daß das Loos falſch ſein könnte und da nahm ichs und“— Herrmann ſtockte. „Was denn weiter? So rede doch!“— drängte Heinrich.