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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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du gleich mit mir zu gehen und das Geld in Empfang zu nehmen haben.“ 6

„Nein“— erwiederte Heinrich ganz betroffen— „ich habe das Loos zu Hauſe.“

„So hole es ſchnell“— gebot der Mann—„ich werde dich in der Rähe deiner Wohnung erwarten.“

Ei, wie ſchnell rannte der Knabe dahin! Wer be⸗ ſchreibt aber ſeinen Schreck, als er das Loos nicht mehr in ſeinem Verſtecke vorfand! Er durchſuchte jeden Winkel. Vergebens! Zum Unglücke war Herrmann mit dem Vater nach einem ziemlich entfernten Rittergute gewandert, deſ⸗ ſen Beſitzer eine Branntweinbrennerei anlegte, zu welcher Meiſter Hüfner die Kupferblaſen zu liefern hatte. Die Mutter wollte Heinrich nicht fragen, um ihr jede Unruhe und Sorge zu erſparen, und ſo blieb ihm nach halb⸗ ſtündigem Suchen nichts übrig, als dem ungeduldig har⸗ renden Collecteur von dem betrübenden Vorfalle in Kenntniß zu ſetzen. Da begann der Mann den Knaben derb auszuſchelten wegen ſeines Leichtſinns und ſeiner Unachtſamkeit.

„Wenn du“— ſprach er hierauf—„das Lvos nicht wieder findeſt, ſo erhältſt du nicht einen Pfennig ausgezahlt, und wenn du das große Loos gewonnen hätteſt. Suche daher nochmals recht genau und bringe mir ſogleich das Loos, ſo wie du es gefunden haſt.“

Aergerlich brummennd ging der Collecteur davon und Heinrich in ſein Haus zurück, wo er von Neuem

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