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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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hatte. Die zehn Thaler in ſeiner Hand waren ſein wohl erworbenes Eigenthum, von deſſen Verwendung der Vater nichts wiſſen wollte und welche von der Mutter in ſein Ermeſſen geſtellt worden war.— Durchwogt von dieſen Gedanken nahm er das Loos aus Andrichs Hand und zählte dafür die geforderte Summe hinein.

„Abgemacht!“— ſprach der Rathsbote und ſchüt⸗ telte Heinrichs Hand.„Und nun: Glück auf! In acht Tagen iſt die letzte Ziehung. Das Loos hübſch ver⸗ wahrt und gehütet. Adjes!“

Seine Mutter deſto mehr zu überraſchen, verſchwieg Heinrich ihr den geſchloſſenen Handel. Dagegen hän⸗ digte er ihr die fünf noch überbliebenen Thaler ein, für ſich nur die herauserhaltenen Groſchen des zehnten Thalers behaltend. Dem Bruder dagegen vertraute er das Geheimniß an, ſo wie den Ort, an welchem er das Loos verbarg. Denn ſonſt Wt es ihm ja das Herz abgedrückt!

Es war am neunten Tage darauf, als ſich Hein⸗ rich am Nachmittage beim Heimgehen aus der Schule von Andrichs Schwager, dem Subcollecteur Funke, an⸗ geſprochen ſah.

„Mein Sohn,“— hob der Mann recht freundlich an—„du biſt ein wahres Glückskind. Das Lvos, wovon du ein Viertel meinem Schwager abgekauft haſt, hat 100 Thaler gewonnen. Du erhältſt ſonach faſt fünf⸗ mal ſo viel zurück, als du eingeſteuert haſt. Trägſt du vielleicht das Lvos bei dir? In dieſem Falle würdeſt