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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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haben. Ich habe eine glückliche Hand und dieſes iſt das letzte, liegen gebliebene Kauflvosviertel No. 3137. Die drei und die ſieben ſind ſtets glückliche Nummern. Be⸗ ſinne dich nicht lange, ſondern zahle. In die Elſter ſpringſt du vor Aerger, wenn du das Loos nicht be⸗ hältſt und es mit dem großen Gewinnſte heraus⸗ kommt.“

Wie die Schlange der Eva im Paradieſe, wie der Fuchs den Gänſen, redete Andrich dem Knaben zu, deſ⸗ ſen Ohren auch wirklich nicht unempfindlich gegen die ſüßen Worte blieben. Er war dem Rathsboten zu Danke verpflichtet und dieſer begehrte nichts weiter von ihm, als die Abnahme eines Papieres, welches in der Folge des Knaben kühnſte Wünſche erfüllen konnte. Anſtatt mit nur 4 Thalern konnte er dann der Seifenſiederin mit einer ungleich größern Summe unter die Arme greifen. Den Ausſchlag jedoch gab ein ungleich reizen⸗ deres Bild, welches ſich Heinrichs Einbildungskraft aus⸗ malte. Er ſah ſich nämlich in dem Beſitze von 2500 Thalern, als dem Viertheile des großen Gewinnſtes, und füllte mit lauter blanken Thalern den ſchön blank geputzten Keſſel aus dem Elſtertümpel an, den er hierauf dem höchlich überraſchten Vater überreichte. Er ſah im Geiſte ſeinen Stiefvater ein verklärtes Geſicht, wie noch nie, ziehen, ſah ſich von demſelben umhalſet, belobt, ge⸗ küßt, von der Mutter mit Freudenthränen und als den Retter aus der Geldnoth begrüßt, in welche ſich der Vater durch das Erſtehen des Nachbarhauſes geſtürzt

RNieritz. Die Nachbarn. 7