Druckschrift 
Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

94

nicht auf uns gut wird: ſo, ja ſo wird ers in ſeinem Leben nicht und ich“— Heinrich brach in ein ſchmerz⸗ liches Weinen aus—„ich— laufe davon.“

Während dieß an dem Elſterufer geſchah, kam Mei⸗ ſter Hüfner von einem Gange außergewöhnlicher Art und daher in einer anfgeregten, feierlichen Stimmung nach Hauſe.

„Liebes Weib!“— ſprach er ungewöhnlich weich zu ſeiner Gattin—„Kannſt du es glauben, daß ich einen dummen Streich begangen habe?“

„Du?“— erwiederte die Meiſterin ganz erſtaunt. „Das wäre wohl der erſte und letzte in deinem Leben! Und worin beſteht dieſer dumme Streich? Rede frei heraus.“

„Zanke mich nicht aus!“ bat der Schmidt—„aber ich konnte wirklich nicht anders. Es war mir, als ſpräche eine innere Stimme ganz unwiderſtehlich zu mir: T ue es! thue es!“

„Martere mich nur nicht länger mit Ungewißheit“ — entgegnete die Meiſterin.„Ich verzeihe dir ja ſchon im Voraus.“

„Ich— ich— habe Nachbar Freunds Haus— ſo eben— in der Subhaſtation erſtanden“— ſtammelte Hüfner.„Höre nur! Bloß aus Neugierde, wie hoch das Haus weggehen und wer es erſtehen würde, ging ich vorhin auf die Rathsſtube, wo die Veräußerung Statt fand. Es hatten ſich nur drei Käufer oder viel⸗ mehr nur drei Liebhaber dazu eingefunden. Du weißt,