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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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den unſer Vater am andern Morgen bei Meiſter Freund ſuchte. Ich erkannte ihn auf den erſten Blick, als ihn vorhin Meiſter Weber aus dem Waſſer hervorgabelte.“

„Das hätt' ich mir nicht vermuthet!“ geſtand Herrmann.„Aber wie in aller Welt iſt der Keſſel hier⸗ her in die Elſter gekommen? Wir glaubten immer, Meiſter Freund habe ihn geſtohlen und verkauft.“

„Ich denke mir die Sache ſo:“— verſetzte Hein⸗ rich.„Meiſter Freund hat uns allerdings den Keſſel von der Stange genommen; aber nicht, um ihn ins Geld zu ſetzen, ſondern um das Gequitſche los zu ſein und unſerm Vater nebenbei einen Poſſen zu ſpielen. Damit aber der Keſſel bei ihm nicht gefunden werde und ihn verrathe, ſo hat er ihn in die Elſter geworfen. Darauf hat ihn das Waſſer nach und nach bis hierher getrieben, wo er in den Wurzeln hängen blieb und mit Schlamm angefüllt wurde.“

„Ja, ſo kanns gekommen ſein“— ſprach Herr⸗ mann.„Aber, was fangen wir nun mit dem Keſſel an?“

„Das hab' ich mir ſchon ausgedacht“— erwiederte Heinrich.„Wir kratzen zunächſt den Grünſpan in⸗ und auswendig ab, putzen den Keſſel ſchön blank und befe⸗ ſtigen ihn dann in aller Stille an ſeinen alten Fleck, an die Stange. Wenn nun der Vater fragen wird, warum wir nicht den gewöhnlichen Keſſel hinausgehängt haben, der alle Abende wieder abgenommen wird: ſo zeigen wir ihm das wiedergefundene Schaaf, erzählen ihm, wie wir dazu gekommen ſind, und wenn er dann