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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Zwölftes Rapitel.

Mancherlei Wagniſſe.

Nachdem das Brüderpaar in ſeiner Wohnung an⸗ gelangt war, entfernte ſich Heinrich, um im Hinterhauſe eine eifrige Nachforſchung anzuſtellen. Bald kehrte er mit einer Waſchleine ſeiner Mutter zurück, welche er verſtohlen ſeinem Bruder Herrmann zeigte.

„Gehſt du mit?“ fragte er ihn dabei.„Du ſollſt mir helfen einen Schatz heben.“

„Doch nicht den alten Aſch etwa in der Elſter?“ verſetzte Herrmann.„Willſt du vielleicht noch einmal in Lebensgefahr dich ſtürzen?“

„Antworte mir ja oder nein!“ entgegnete Heinrich. „Im letzten Falle gehe ich ohne dich.“

„Da muß ich freilich mitgehen“— ſprach Herrmann und ſtahl ſich mit Heinrich heimlich wieder fort.

Der Letztere nahm wirklich ſeinen Weg nach der⸗ ſelben Flußſtelle hin, woher ſie erſt gekommen waren. Dort band er das eine Ende der Leine feſt um einen Erlenſtamm, und während er hierauf ſeine Kleider ab⸗ legte, ſprach er zu ſeinem Bruder:„Du wirſt dich wundern über das, was du erblicken wirſt. Dann aber will ich auch ſehen, ob der Vater immer noch nicht wieder gut und freundlich uns werden wird. Hun⸗ dertmal lieber möchte ich von ihm alle Tage geprügelt

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