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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Hüfner, etwas ſchüchtern, mit ſeiner Bitte herausplatzte. Der Stadtrichter und ſeine Beiſitzer blickten den jugend⸗ lichen Bittſteller erſt verwundert an. Aber zu dem Wohlwollen, welches ihnen deſſen Jugend, ſein blühendes, offenes Geſicht, ſeine bewieſene Herzhaftigkeit und Auf⸗ opferung eingeflößt hatten, geſellte ſich auch das Mitleid über die nicht unbedeutende Wunde, deren Schmerzen der Knabe bislang ſtill und geduldig ertragen hatte. Dazu wurde ja anch die Belohnung nicht aus dem Stadtſäckel, ſondern von der Regierungskaſſe bezahlt, welcher Umſtand ebenfalls für Heinrichs Geſuch ſprach. Daher ſah ſich Heinrich mit ſeiner Bitte nicht abgewie⸗ ſen, wohl aber bedeutet, daß deren Erfüllung noch von einer näheren Unterſuchung der ausgeführten Lebens⸗ rettung abhinge. Mit dieſem Beſcheide wurden die Kna⸗ ben entlaſſen.

Da Heinrich und Herrmann heimkamen, gedachten ſie ſich zuvörderſt vor ihrem Vater glänzend zu recht⸗ fertigen. Allein dieſer mochte nichts hören.

„Ich will nichts wiſſen“— ſprach er heſtig— „nichts! gar nichts! Hört ihr? Weder Gutes, noch Böſes. Seid ihr ſtraflos davongekommen: deſto beſſer für euch. Mich aber laßt in Ruhe; denn ohne Aerger ginge es ſicherlich von meiner Seite nicht ab.“

Ein ſonderbarer Mann, der Kupferſchmidt, welcher ſelbſt als Mann nicht frei von dem Fehler des Schwol⸗ lens war. Dagegen fanden die Knaben deſto aufmerk⸗ ſamere und willigere Ohren bei ihrer Mutter, welcher