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Als Meiſter Hüfner ſchwieg, ſagte Meiſter Freund mit höhniſchem Lächeln:„O ſeht doch den mitleidigen Nachbar, der, nachdem er mich um Alles gebracht hat, mich deshalb höflich um Verzeihung zu bitten kommt. Seefahrergeſchichten ſoll ich leſen? Ha! ha! ſeitdem mich ſelbſt mein Herr Rachbar hat aus der Haut fahren machen, leſe ich nichts mehr. Seife ſoll ich wieder ſieden und Lichter gießen? Hm! wenn ich nur erſt einen Keſſel zum Sieden und Lichterformen zum Gießen beſäße! Daß ich beides nicht mehr habe, daß ich verarmt und elend geworden bin: das Alles verdanke ich Euch und Euerm heilloſen Gelärme, das mich faſt zum Wahnſinne gebracht hat. Wäret Ihr mit Euerm Anerbieten vor einem Jahre zu mir gekommen, ſo hätte ich Euch dafür großen Dank gewußt. Heute aber nicht mehr.“
„Wäret ihr damals—“ verſetzte Meiſter Hüfner —„ſelbſt zu mir gekommen, ſtatt Euern Sohn mit einer bittern Botſchaft zu mir zu ſenden, ſo hätten wir uns gewißlich verſtändigt, wären gute Freunde und getreue Nachbarn geblieben und die Dinge anders gekommen, als ſie jetzt ſind. Ich bitte Euch, Nachbar, weiſet mei⸗ nen guten Willen nicht ſchnöde von Euch. Ich meine es wahrhaft redlich mit Euch. Wohin ſoll es mit Euch noch kommen, wenn Ihr wie bisher fortfahret? Schon darben die Eurigen in bittrer Roth und bald, ja ſehr bald werdet auch Ihr kein Geld mehr haben, um Euer bisheriges Leben fortſetzen zu können. Schon ſicht man
an Eurer rothen Naſe, daß Ihr dieſelbe nur zu vft Nieritz. Die Nachbarn. 2
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