15
ſtete Hüfner.„Wenigſtens will ich es verſuchen. Geht mit Gott und verliert die Hoffnung nicht.“
So wie die Nachbarin fort war, rief der Kupfer⸗ ſchmidt ſeine beiden Söhne herein.
„Helft mir—“ ſprach er—„den großen Ambos in den Hof ſchaffen. Künftighin werden die lärmendſten Arbeiten dort gefertigt. Dann erinnert mich daran, daß ich vor dem Hämmern in der Werkſtatt ſtets die Fenſter erſt zumache. Wehe dem Menſchen, durch welchen Aergerniß kommt! Ich hab's nicht gewußt, daß ich eine Menſchenſeele durch mein Hämmern zu Falle gebracht habe und dennoch ſchmerzt mich's gewaltig. Seid fortan hübſch und freundlich gegen Freund's drüben. Sie iſt eine kreuzbrave Frau und kann ſo wenig wie ihre Kinder etwas für die Fehler ihres Mannes. Alſo: Frieden ge⸗ halten mit Seifenſieders oder ich mache Krieg gegen euern Rücken. Verſtanden, Jungens?“
Drittes Kapitel.
Der verunglückte Verſuch.
Schon am nächſten Tage begab ſich Meiſter Hüfner zum Seifenſieder hinüber. Es war um die zehnte Mor⸗ genſtunde und jener erſt unlängſt von einem nächtlichen Trinkgelage aufgeſtunden. Mit wüſtem Kopfe und leeren Beutel ſaß Meiſter Freund in ſeiner Wohnſtube


