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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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mern ſchuld, das aus einer wohlhabenden und glücklichen Familie die elendeſte unter der Sonne gemacht hat. Darum helft, ja helft auch uns nun wieder, Herr Nach⸗ bar! Sucht meinen Mann wieder auf den richtigen Weg zurückubringen oder wir ſind insgeſammt ver⸗ loren.

Das iſt eine ſchwere Beſchuldigung! ſprach Mei⸗ ſter Hüfner, tief ergriffen und erſchüttert.Aber mich will bedünken, als ob Euer Mann gehandelt hätte wie ein Kind, das ſeinen Kopf gegen eine Bank geſtoßen hat und dieſe dafür als die Schuldige mit Fäuſten ſchlägt. Warum aber, frage ich, habt Ihr mir nicht eher Euers Noth entdeckt? Warum hat Euer Mann, anſtatt ſich in Güte mit mir zu verſtändigen, durch Euern Sohn mir nur Grobheiten ſagen laſſen? Ein gutes Wort findet ja ſtets eine gute Statt, aber auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil, und wie es in den Buſch hin⸗ einſchallt, ſo ſchallt es wieder heraus. Wie dauert Ihr mich, Frau Nachbarin! und Eure Kinder dazu! Was an mir iſt, will ich thun, um das Uebel wieder gut zu machen, von welchem ich die Urſache ſein ſoll. Vor allen Dingen werde ich Euch beſuchen, Friede mit Euerm Manne ſchließen und dann den Kopf zurecht zu rücken ſuchen.

Wenn Euch das Letztere nur gelingen wird! ſeufzte die Seifenſiederin.Bis jetzt haben alle unſere Bitten und Thränen nichts über meinen Mann vermocht. Vielleicht gelingt's einem Fremden eher trö⸗