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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Ich wünſche mit Euch allein zu ſprechen ſagte Frau Freund mit ſchmerzlicher Betonungund des⸗ halb ſuchte ich Euch hier auf.

So? hm! hm! verſetzte Hüfner. Dann ſchrie er laut gegen die Thüre:Bleib draußen, Herrmann, und habe Acht, daß Heinrich die Waſſerumſchläge richtig auflegt. Was ſteht zu Euern Dienſten, Frau Nach⸗ barin?, fuhr er dann ſanfter fort.

Da entſtürzte den Augen der armen Frau ein heißer Thränenſtrom, der ſie erſt am Sprechen behinderte. Dann ſprach ſie:Ich komme, um Euch unſere Noth zu klagen und Euch um deren Abhülfe anzuflehen. Die Frau er⸗ zählte nun den Hergang ihres Elends und wodurch daſ⸗ ſelbe ſeinen Anfang genommen habe.Jetzt ſchloß ſie ihre Redekönnen wir längere Zeit ſchon die Zinſen der auf unſer Haus erborgten Geldſummen nicht entrichten, daher daſſelbe nächſtens unter den Hammer des Ausbieters kommt. Mein Mann hat nicht einmal ſo viel Mittel oder Credit mehr, um einen Sud Seife oder einen halben Centner Lichter herzuſtellen. Unſere werthvollſten und unentbehrlichſten Sachen ſind theils verkauft, theils verſetzt. Die übrigen Innungsgenoſſen geben uns keine Waare mehr auf Borg und darum blei⸗ ben auch die Käufer weg. Mein Mann kommt ſelten vor dem Morgen und dann meiſtens betrunken heim. Er mißhandelt mich und meine armen Kinder, die wir kaum noch wiſſen, wovon uns zu ſättigen und unſere Blöße zu bedecken. Und an dieſem Allen iſt Euer Häm⸗