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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Vater und hämmerte weiter. Aber gar nicht lange, ſo rief er befehlend aus:Rufe mir den Herrmann herzu. Er mag an deiner Stelle vorhalten. Du aber gehſt und legſt dir kalte Waſſerumſchläge auf das Auge. Dieſe kühlen, ſtillen den Schmerz und beſeitigen die Geſchwulſt.

Herrman kann den ſchweren Hammer nicht erhalten wendete Heinrich einvermag ich's doch nur mit Mühe. So lange als das Vernieten noch währt, halte ich's mit dem Auge ſchon aus.

Wirſt du gleich folgen? rief der Vater zornent⸗ hrennend aus. Als Heinrich ſeinen Vater eine verdäch⸗ tige Bewegung mit dem Hammerſtiele machen ſahe, hielt er es für rathſam, dem väterlichen Gebote ohne Verzug nachzukommen.

Blitzjunge du! ſprach der Meiſter, vor ſich hin lachend.Selbſt zu ſeinem eigenen Beſten läßt er ſich erſt treiben. Na, kömmſt du, Hermännel? Nun, raſch, raſch, du Schlafmütze und nicht ſo langſam herzu geſchlichen, wie eine überſättigte Katze. Ach, Ihr ſeid's, Frau Nachbarin? Hm! hm! das iſt traun ein gar ſeltener und unverhoffter Beſuch. Aber wollt Ihr nicht mit mir in die Wohnſtube gehen? Ich kann Euch ja hier nicht einmal einen Stuhl zum Niederſetzen anbieten.

Dieſe Worte galten der Meiſterin Freund, welche mit gramerfüllten Zügen und niedergebeugtem Haupte in die Werkſtatt hereintrat. Kummer und Sorgen ſprachen deutlich aus ihrem Geſichte, wie aus ihrer dürftigen, doch reinlichen Kleidung.