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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Zweites Kapitel.

Der Kupferſchmidt und die Nachbarin.

Meiſter Hüfner hatte die Wittwe ſeines Vetters gleichen Namens geheirathet und er ſelbſt keine Kinder, daher er nur der Stiefvater ſeiner zwei Söhne, Heinrich und Herrmann, war. Nichts deſto weniger liebte er die⸗ ſelben wie ſeine eigenen, obſchon er gegen die etwas wilden Knaben eine große Strenge zeigte und ihre Un⸗ arten oftmals mit dem Hammerſtiele auszutreiben be⸗ müht war. Daher hatten die Knaben eine gewaltige Furcht vor ihrem Stiefvater, ohne jedoch deshalb ihre wilden und luſtigen Streiche ganz einzuſtellen. Beſonders zeichnete ſich Heinrich, der ältere Knabe, als ein Wage⸗ hals aus, der im Baumklettern, im Springen und Lau⸗ fen, im Schwimmen und Recken ſeines Gleichen ſuchte. Die hierbei davon getragenen Löcher und Riſſe im Kopfe und in den Kleidern ſuchte er den wachſamen Augen des Stiefvaters ſtets zu verbergen, was ihm, doch nicht im⸗ mer, mit Hülfe ſeiner lieben Mutter gelang.

Eines Tages mußte Heinrich, als der ältere und ſtärkere Sohn, ſeinem Vater bei der Arbeit helfen, wes⸗ halb ihn dieſer in die Werkſtatt hereinrief. Heinrich war eben erſt aus der Nachmittagsſchule heimgekommen und krauete ſich, als er vor ſeinem Vater erſchien, mit der Hand am rechten Auge.

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