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was Meiſter Freund hätte thun können. Denn nicht genug, daß er weit mehr Geld ausgab als ſonſt, ſo ge⸗ wöhnte er ſich auch das Bier⸗ und Branntweintrinken, das Kartenſpielen und Nachtſitzen an, verlor die Luſt zum Arbeiten und begann daheim den Thrannen gegen die Seinen zu ſpielen, ſobald dieſe ihm ernſtliche Vor⸗ ſtellungen wegen ſeines jetzigen Lebenswandels machten. Bald genug verſpürte aber auch Meiſter Freund das Schädliche ſeiner Handelsweiſe. Seine Kaſſe ward immer leerer, ſo auch ſeine Vorrathskammern an Inſelt, Seife und Lichtern. Nach einiger Zeit blieb er das Geld für die Unſchlittlieferungen, für Potaſche und andere Stoffe ſchuldig, die zur Betreibung der Seifenſiederei erforderlich ſind. Ein Uebel gebar immer wieder ein neues. Daher mußte Meiſter Freund Conſensſchulden auf ſein Haus aufnehmen, welche endlich deſſen Miethe völlig gleich kamen und eine hohe Verzinſung nöthig machten. Zuletzt ſah ſich Meiſter Freund außer Stande, ſelbſt einen Sud Seife zu unternehmen oder Lichter zu ziehen. Die Meiſterin mußte vielmehr kleine Seifen⸗ und Lichtervorräthe bei anderen Innungsgenoſſen erbor⸗ gen, welche ſie mit einem ganz kleinen Gewinn wieder im Einzelnen verkaufte.
Meiſter Hüfner hatte keine Ahnung davon, daß er die erſte und hauptſächlichſte Urſache zum Untergange ſeines Nachbars geweſen war. Vielmehr erkannte er iene in der Leſe⸗ und Vergnügungsſucht des Seifen⸗ ſieders und e daher unverdroſſen fort.


