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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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drohend erhob.Wollt Ihr vielleicht erproben, wie ich andere Dinge als ſprödes Kupfer weich ſchlagen kann? 3 Der Seifenſieder erbleichte vor Zorn. Allein, da er ſich bewußt war, dem Kupferſchmidt an Körperkraft weit nachzuſtehen, ſo kämpfte er ſeine Raufluſt nieder und ſchwieg. Hüfner blickte ſeinen Nachbar noch einige 1 Setunden ſtarr an, dann entfernte er ſich brummend. Von nun an wuchs die Feindſchaft zwiſchen den beiden Nachbarn mit jedem Tage. Sie erſtreckte ſich ſnn auf deren Frauen und Kinder, wobei ſie Alle nicht wenig bitter und ihres Lebens nicht froh wurden. Wie klein zuweilen erſt der Stein des Anſtoßes 3 iſt, an welchem ſpäter der Menſch ſich das ganze Haupt zerſchmettert! Durch den nachbarlichen Lärm in ſeinem Leſen geſtört und geärgert, begann der Söieiſ eder ſeine freien Stunden außerhalb ſeiner Wohnung zuzubringen. Anfänglich ſchlenderte er in der Stadt und deren Um⸗ gegend einher. Da er deſſen aber bald überdrüſſig ward, ſo ſprach er bei ſeinen Bekannten ein. Dieſen war jedoch an den immer häufigeren und länger ausgedehnten 3 Beſuchen wenig gelegen, indem ſie dadurch an ihrer

Arbeit gehindert wurden, weshalb ſie den Seifenſieder

immer kühler empfingen und endlich gar ſich deſſen Wie⸗

derkommen verbaten. Sonach blieb jenem nichts weiter übrig, als in die

Schänkwirthſchaften zu gehen und daſelbſt ſein Geld zu

verzehren. Das war nun freilich das Allerſchlimmſte, 4

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