Druckschrift 
Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

lange; denn eines Morgens war er von ſeiner Eiſen⸗ ſtange ſpurlos verſchwunden.

So wie Meiſter Hüfner ſeinen Verluſt wahrnahm, begab er ſich in der erſten Aufwallung zum Seifen⸗ ſieder.

Nachbar hob er anich komme, um mich bei Euch zu erkundigen, ob etwa der Wind in der ver⸗ wichenen Nacht meinen Keſſel von der Stange zu Euch gewehet habe?

Bin ich ein Dieb? entgegnete der Seifenſieder wildBelangen werde ich Euch wegen Eurer ſchuf⸗ tigen Anklage!

Wer klagt denn Euch an? verſetzte Hüfner. Vom Winde, nicht von Euch, ſpreche ich ja. Auch frage ich bloß, anſtatt Euch zu beſchuldigen, ob der Wind Euch meinen Keſſel, der von der Stange ver⸗ ſchwunden iſt, zugewehet habe? Ihr wißt, daß unſere Gaſſe ſich gegen Euer Haus tief neigt und daß darum der Keſſel, nachdem er vom Winde herab geworfen wor⸗ den iſt, nach dem Geſetze der Schwere, gegen oder wohl gar in Euer Haus gekollert ſein kann. Das kann ohne Euer Vorwiſſen geſchehen ſein. Deshalb ſetze ich Euch davon in Kenntniß und bin ſogar erbötig, Euch ſuchen zu helfen.

Jetzt war es der Meiſter Seifenſieder, welcher zum Kupferſchmidt ausrief:Trefft das Loch oder

Was denn, oder? verſetzte Hüfner mit unheimlich funkelnden Augen und indem er ſeine beiden Fäuſte