6
haſt du deinen Beſcheid und nun, Heinrich, wollen wir wieder d'ran gehen.“
Daß dieſer Beſcheid dem Nachbar Seifenſieder nicht genügte, kann man ſich leicht denken. Sein Groll wuchs vielmehr gegen den Kupferſchmidt und er war darauf bedacht, immer neue Urſachen zur Beſchwerde gegen den⸗ ſelben aufzufinden.
Nach einer ſehr ſtürmiſchen Nacht erſchien am frü⸗ hen Morgen ſchon des Seifenſieders Söhnlein abermals in der Kupferſchmidtwerkſtätte.
„Hier ſchickt Euch mein Vater“— hob der Knabe an indem er dem Meiſter eine Focke Inſelt überreichte —„etwas zum Einſchmieren Eures Keſſels, den Ihr als Handwerkszeichen an einer Eiſenſtunge vor Eurem Hauſe hängen habt. Mein Vater hat die ganze Nacht kein Auge ſchließen können vor dem Gequitſche, das Euer baumelnder Keſſel in den verroſteten Angeln ge⸗ macht hat.“
„Nicht mein Keſſel“— fuhr Meiſter Hüfner zornig auf—„ſondern eure hölzernen Seifenriegel und Lichter⸗
bündel, welche vor Eurem Hauſe als Zeichen baumeln,
mögen ſo, arg gequliſcht haben. Und nun triff das Loch, Junge, mit ſammt deiner Inſeltfocke, oder“—
Die haſtige Bewegung, welche die letzten Worte des Kupferſchmidts begleitete, verſcheuchte ſchnell den Boten, deſſen Bericht drüben bei dem Vater wieder neues
Del ins Feuer goß.
Der Keſſel blieb hängen, wie er war; jedoch nicht


