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her ſieche und leidende Gundel erholte ſich ſichtlich bei der ihr zu Theil gewordenen Pflege und Abwartung, in einer geſündern und freundlichen Wohnung, bei allmählig vermehrtem Sitzen und Ausgehen im wärmenden Sonnen⸗ ſcheine, bei nahrhafter Beköſtigung und— was eine Hauptſache war— bei liebevoller Behandlung und in faſt ſtets heiterer Geſellſchaft. Jene 400 Thaler, welche ſich bei dem Geldfaſſe verſteckt gefunden hatten, wurden Gundel als väterliches Erbe zugeſprochen und deren Zin⸗ ſen ihren Verpflegern überwieſen, wodurch ſich dieſe in den Stand geſetzt ſahen, dem armen Kinde manche An⸗ nehmlichkeit und Freude zu bereiten. Noch mehr aber konnte nun Corduan an Gundel thun, deſſen Ruf als geſchickter Portraitmaler jetzt feſt begründet war, daher er reichlich lohnende Arbeiten übertragen bekam und als einzeln ſtehender Mann weniger Aufwand zu machen brauchte als ein Familienvater wie Woller. Aber mit der Heranbildung Gundels zu einer Malerin, wie Ange⸗ lika Kaufmann, war es nichts, denn als das Kind ſeine Glieder gebrauchen konnte, unterzog es ſich lieber den ge⸗ wöhnlichen weiblichen und häuslichen Arbeiten, als daß es den Zeichnenſtift und den Pinſel führte. Und das war ſehr gut, denn in der Regel verfehlen die Jung⸗ frauen, welche ſich ausſchließlich der Dicht⸗ und Malerkunſt oder überhaupt der Gelehrſamkeit widmen, ihre eigentliche Beſtimmung als einſtige Hausfrauen und Mütter. Später erfuhr Gundel den blutigen Tod ihres Vaters, doch be⸗ trauerte ſie denſelben lange nicht ſo als den ihrer lebens⸗ länglich unvergeßlichen Mutter.


