ſich deshalb nicht wenig in die Bruſt warf und höchlich ſeine Kunſt pries, welcher allein er die Ehre der Mitge⸗ noſſenſchaft verdankte.
Als aber die Deputation nach Vacha kam und mit ihrem Gold und Silber zugleich des Lobes Weihrauch zu des edeln Lingg's Füßen niederlegte, da wies der ſelbſt nicht reiche, beſcheidene Biedermann die Ehrengabe mit Entſchiedenheit zurück.
„Für die Erfüllung unſrer Chriſtenpflicht—“ ſprach er—„nehme ich keinen Lohn an.“
Glücklicher als ſeine Begleiter war Corduan der Ma⸗ ler. Auf ſeine, im Namen ſämmtlicher Hersfelder gethane Bitte ſetzte ſich der wackere Krieger hin, um ſich von Cor⸗ duan abkonterfeien zu laſſen.
Und der Maler, dem dießmal nicht der Broterwerb, ſondern Liebe, Dankbarkeit und Bewunderung die Hand und den Zeichnenſtift führten, übertraf ſich in ſeiner Kunſt und zauberte in ungewöhnlicher Kürze das ſprechende Bild des biedern Linggs auf das Papier hin.
Darauf bewirthete der Letztere die Deputationsmit⸗ glieder und ſendete ſie mit den herzlichſten Grüßen nach Hersfeld zurück. Auch ein zweiter, ſpäter gemachte Ver⸗ ſuch der Hersfelder, ihrem Retter durch ein werthvolles Geſchenk ihre Dankbarkeit thätig zu beweiſen, ſcheiterte an der unerſchütterlichen Uneigennützigkett Linggs. Deſ⸗ ſen Bild, durch den Kupferſtich vervielfältigt, prangte bald in jedem Hauſe, ſo wie in jeder Wohnſtube von Hers⸗ feld. Auch das Konterfei des Kaiſers Napoleon, des Welteroberers, ſo wie dasjenige anderer Fürſten und be⸗


