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Lingg von Linggenfeld : ein deutscher Biedermann / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Stiftsgelder, ohne deren Aushändigung der arme Simon nimmermehr aus dem Arbeitshauſe entlaſſen würde. Verfahren wir daher in vorſchriftmäßiger Weiſe und bilden wir uns nicht ein, daß die Erhaltung Hersfelds unſern jetzigen Machthabern lange verborgen bleiben wer⸗ den könne.

Dieſen Worten Harters, eines weiſen Gamaliels wür⸗ dig, fielen alle Herren der Comiſſion zu, ohne jedoch den Gedanken aufzugeben, dem Retter der Stadt ein anſehn⸗ liches Geld⸗und Ehrengeſchenk zu weihen.

Zwölftes Bapitel.

Ein Biedermann.

Kaum daß ſich die Hersfelder einige Tage der Samm⸗ lung und Erholung von dem überſtandenen Schrecken ver⸗ gönnt hatten, ſo wanderten auch ſchon einige der ange⸗ ſehenſten Bewohner der Stadt von Haus zu Haus, um für den edeln, unbemittelten Lingg Gaben der Dankbar⸗ keit und Liebe einzuſammeln.

Ein jeder gab mit Freuden und getreuem Herzen. Der Reiche viel, der Arme nach ſeinen geringen Kräften. Da füllte ſich manches Leinwandſäckchen mit Silber und Gold und immer ſchwerer bekamen die Einſammler zu tragen, was ſie jedoch gern und mit wachſender Freude thaten. Darauf las man die Geldſtücke je nach ihrer Größe und