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Lingg von Linggenfeld : ein deutscher Biedermann / von Gustav Nieritz
Entstehung
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au lenken, hatte ihn abgehalten, den Inhalt des Faſſes zuzugreifen.

Dieſes Geld ſprach einer der Herrenkann die Stadt Hersfeld mit gutem Rechte als ihr Eigenthum anſehen. Die kurfürſtliche Regierung, unter welcher es entwendet wurde, beſteht nicht mehr, und da Hersfeld in den Augen unſrer jetzigen Gewalthaber vom Erdboden vertilgt iſt, ſo brauchen wir uns nicht mit dieſem Funde zu melden. Entſchädigen wir daher mit demſelben die beiden unſrer Mitbürger, deren Häuſer von den Flammen verzehrt worden ſind und die gleichſam die Sündenböcke für die geſammte Einwohnerſchaft vorgeſtellt haben.

Und ich ſchlage vor erwiederte ein Zweiter, daß man mit dieſem Geldfaſſe unſern Retter, den edeln Lingg, belohne und erfreue, der durch ſeine großmüthige That unſter Stadt mehrere Hunderttauſende erhalten hat.

Beiden Vorſchlägen muß ich widerſprechen nahm der greiſe Rath Harter das Wort.Auf dieſem Gelde ruht kein Segen. Nicht allein daß durch deſſen Entwen⸗ dung ein unbeſcholtener Mann in's Arbeitshaus gekom⸗ men und ſeine Familie in Trauer und Elend verſetzt worden iſt, ſondern ich erblicke auch noch in dieſem Geld⸗ faſſe eine Pandorabüchſe, aus welcher alles neuere Un⸗ gluck uber Hersfeld hervorgequollen iſt. Nun erſt wird es klar, warum der erſchoſſene Vold, welcher ſeinen hier verborgenen Schatz durch jenen italieniſchen Soldaten ge⸗ fahrdet glaubte, dieſen mit ſolchem Ungeſtüm hinwegſchleu⸗ verte und dadurch den unglücklichen Aufſtund am Weih⸗ nachtsheiligabende hervorrief. Ueberdieß enthält dieſes Faß

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